Schwester Bertilde

Schwester Bertilde gehört zum Missionsorden der „Schwestern von Notre-Dame“.

Schwester Bertilde

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Sie kam bereits 1967 nach Südkorea und ist Mitglied der Gemeinde.

In ihrem Ordenshaus in Incheon lebend, kümmert sie sich seit vielen Jahren schon um die zahlreichen Bedürftigen in ihrer Gegend, von denen es viele gibt.

Die Gaben des ökumenischen Erntedankgottesdienstes – Geld- und Lebensmittelspenden – werden von ihr an Menschen in Notlagen verteilt.

Jederzeit willkommen ist ihr gut erhaltene Kleidung, besonders Kinderkleidung!

Wenden Sie sich dafür direkt an Schwester Bertilde oder an die Gemeinde.

Nachfolgend ein Artikel, verfasst von zwei Schülerinnen der Deutschen Schule anlässlich eines Unterrichtsbesuches von Schwester Bertilde, bei dem sie aus ihrem erfahrungsreichen Leben berichtete:

Lies den Artikel

Schwester Bertilde: „Mission heißt das, was mich froh macht, weitergeben.“

Am 11. März besuchte Schwester Bertilde von den „Sisters of Notre-Dame“ uns an der Deutschen Schule Seoul und berichtete uns von ihrer langen und intensiven Arbeit hier in Korea.

Zusammen mit zwei anderen Schwestern kam sie 1967 aus Düsseldorf nach Seoul und baute hier eine Einrichtung auf, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, den bedürftigen Menschen zu helfen. Heute wirkt sie hier immer noch mit 210 anderen Schwestern, wobei sie die einzige ist, welche von früher noch da ist. Für Schwester Bertilde war es schon immer ein Traum, einmal ins Ausland zu gehen, um dort zu missionieren, denn sie will das weitergeben, was sie selbst erfüllt und glücklich macht.

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Bevor Schwester Bertilde damals von ihrem Orden nach Korea geschickt wurde, wusste sie noch gar nichts über dieses Land im Osten Asiens. Dementsprechend verblüfft war sie nach der zweitägigen Anreise, als sie die Bedingungen sah, unter welchen viele Menschen in Seoul lebten. Manche schürten ihr Holz noch an offenen Feuerstellen, und fließendes Wasser war nicht üblich. Es gab weder Versicherungen noch gab es genügend Krankenhäuser. Einkaufszentren und ein U-Bahn-System wurden erst sehr viel später gebaut. Wer telefonieren wollte, musste dies einen Tag vorher anmelden, jedoch selbst dann war es nicht garantiert, dass die gewünschte Verbindung zustande kam.

Die drei jungen Schwestern halfen, wo sie nur konnten, nahmen Kinder zur Pflege auf, wuschen sie, gaben ihnen zu essen. Sie unterstützten die sogenannten „Busgirls“, welche damals einen sehr niederen Rang in der Gesellschaft hatten, das Stricken, Nähen und den Haushalt zu erlernen. Dies alles war aber sehr problembeladen, da es unter der Diktatur des Präsidenten Park Chung Hee untersagt war, Gruppen zu bilden. Wer sich nicht daran hielt, wurde gemeldet.

Während ihrer Tätigkeit in Busan errichteten die Schwestern dort zunächst eine Kinderstätte, in welcher die Kinder tagsüber bleiben konnten, während die Eltern meistens auf dem Markt arbeiteten. Schwester Bertilde hatte den Beruf der Kindergärtnerin erlernt. Sie begannen damals mit 16 Kindern in einem einzigem Raum, erbauten aber sehr bald ein eigenes Kindergartenhaus weiter außerhalb der Stadt, da sehr schnell mehr Kinder da waren und mehr Raum benötigt wurde. Anfangs zahlten die Kinder 20 Won, später jedoch, weil Geld immer knapp war, brachten sie noch eine Handvoll Reis, Toilettenpapier und auch ihre eigene Seife mit.

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Auch wenn Schwester Bertilde weit weg von Deutschland lebt, ihrem Geburtsland, fühlt sie sich hier in Korea nicht wie eine Fremde. Korea ist ihre Heimat geworden, denn für sie ist die Heimat dort, wo Gott sie hinschickt und wo er sie braucht. In ihrem Fall ist das Korea. (Schwester Bertilde, wir wünschen Ihnen weiterhin noch ein schönes, erfolgreiches und erfülltes Leben.)

Tatjana Geyer und Lara Tiedemann, Klasse 9 und 10 der DSSI

(Aus dem Gemeindebrief; Ausgabe April-Mai 2010)

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Rolf Mafael, hat am 17.Oktober 2014 in der Deutschen Residenz in Seoul die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Schwester Maria Bertilde und Pater Anton Josef Trauner in einem feierlichen Rahmen vorgenommen.

Die DKG-Seoul gratuliert beiden für Ihr unermüdliches Wirken in Korea. Möge der Segen Gottes Sie auf vielfältige Weise weiter begleiten.