Haus des Teilens

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Das Haus des Teilens in Daejon

„Am 27.5.2010 fuhren Herr Walter, Frau Tutsch und ich mit dem Zug nach Daejon, um die Arbeit für die Obdachlosen in dieser Millionenstadt kennen zu lernen. Seit vier Jahren unterstützt unsere Gemeinde diese caritative Einrichtung der Bethel-Gemeinde finanziell. Dieses Mal konnten wir Pfarrer Hong, dem Gründer und Leiter des „Haus des Teilens“, einen Scheck von KRW 1.000.000 übergeben.

Im Jahre 1998 fing Pfarrer Hong die Hilfe für die auf der Straße lebenden Menschen an. Als Folge der großen Wirtschaftskrise ein Jahr zuvor hatten viele Menschen nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihre Familie, Wohnung, soziale Kontakte und oft auch ihre Gesundheit verloren. Mit der Armut haben die Betroffenen auch viel von ihrer Menschwürde eingebüßt.

Inzwischen werden vom „Haus des Teilens“ 900 Obdachlose unterstützt und begleitet. Oberstes Gebot der Helfer und Berater ist die Liebe zu diesen Menschen: „Was ihr getan habt einem dieser meiner geringsten Brüder, das habt ihr mir getan.“ In den vorhandenen Räumen (ab 3 qm) sind in den warmen Monaten etwa 40 Wohnungslose, in den Wintermonaten bis zu 140 untergebracht. Neben einer regelmäßigen warmen Mahlzeit erhalten die Betroffenen Kleider, Schuhe und auch medizinische Betreuung und Hilfe. Für über 20 mittellose Kranke konnten im vergangenen Jahr die Operationskosten und für einige Schwerkranke der notwendige längere Krankenhausaufenthalt finanziert werden. Ein Beratungsteam mit Beratungsstellen in Daejon und Umgebung ermöglicht auch weiteren mittel- und wohnungslosen Menschen ganzheitliche Hilfen, damit sie ihr Leben selbst in den Griff bekommen. Der Leiter der Beratungsstelle spricht von einer Erfolgsquote von 15 – 20%.

Darüber hinaus bieten Pfarrer Hong und seine Mitarbeiter auch geistliche Hilfe an. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ An jedem Samstagabend wird ein Gottesdienst mit den Obdachlosen und den Bewohnern des „Haus des Teilens“ in der Bethel-Gemeinde gehalten. Einige haben sich taufen lassen. Für all diese umfassende und ganzheitliche Arbeit erhält Pfarrer Hong nur sehr begrenzte staatliche Unterstützung. So sind die Obdachlosen in Daejon nicht nur auf unsere Liebe, sondern nicht weniger auch auf unsere Spenden angewiesen.“

Pfarrer Reinhard Schmitz

(Aus dem Gemeindebrief; Ausgabe Juni-September 2010)